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Marko Lenz und Katarzyna Kawa siegen 2008
Dienstag, 22. Juli 2008
Nicht übermäßig vom Wettergott begünstigt, waren die airberlin junior open 2008 trotzdem ein großer Erfolg und ein weiterer Schritt hin zu einem „upgrade“ in die Kategorie 3 durch die International Tennis Federation für das nächste Jahr. Gerade am Turnier Mittwoch, an dem mit 2 Runden im Einzel die meisten Spiele zu absolvieren waren, regnete es in Strömen und an Tennisspielen war ab dem frühen Nachmittag nicht mehr zu denken. Aber die Verzögerungen konnten in den folgenden Tagen aufgeholt werden und die Finalspiele begannen pünktlich am 19. Juli um 10.00 Uhr im Steffi Graf Stadion des LTTC „Rot-Weiß“.
Den Anfang machten die Juniorinnen mit dem Endspiel zwischen der 16jährigen Polin Katarzyna Kawa und der erst 14jährigen deutschen Nachwuchshoffnung Annika Beck aus Bonn. Annika war die große Überraschung des gesamten Turniers und feierte ihren bisher größten Erfolg bei ITF Turnieren. Ihre äußerst solide, kluge, aber auch sehr druckvolle Spielweise brachten ihr enorm viele Sympathien der Zuschauer und viele drückten ihr im Finale die Daumen. Es reichte letztendlich nicht ganz und nach großem Kampf und fast drei Stunden Spielzeit siegte die ebenfalls noch junge Polin mit 7-5, 1-6 und 6-4 und wurde damit 49. Internationale Jugendmeisterin von Berlin. Ein sehenswertes Finale mit vielen hervorragenden Ballwechseln, das die etwa 150 Zuschauer vom ersten bis zum letzten Punkt in den Bann zog. Und viele Beobachter waren sich in ihrem Urteil einig, dass Annika Beck alle Voraussetzungen mitbringt, in wenigen Jahren auch eine gute Rolle im internationalen Damentennis zu spielen.

Ein wenig enttäuscht war man von der Leistung der Topgesetzten Anna Rapoport aus Russland, die in der Woche in Berlin nicht überzeugen konnte und im Achtelfinale gegen die Berlinerin Anna Livadaru vom veranstaltenden Club „Rot-Weiß“ verlor. Aus Berliner Sicht sehr erfolgreich war Constanze Lotz, die das Halbfinale erreichte und dort in zwei knappen Sätzen gegen die spätere Siegerin Kawa unterlag. Neben vielen anderen spannenden Spielen ist ein Match der ersten Runde zweier deutscher Nachwuchshoffnungen noch besonders erwähnenswert. Die 13jährige Berlinerin Lisa Marie Mätschke unterlag nach großem Kampf gegen die ein Jahr ältere Katharina Lehnert. Beide Namen sollte man unbedingt im Gedächtnis behalten.

Die Juniorenkonkurrenz war fest in der Hand des deutschen Nachwuchses, der alle vier Halbfinalisten stellte. Freuen durfte man sich auf das Finale zwischen Marko Lenz und Tim Nekic, aber leider wurde daraus im zweiten Jahr hintereinander nichts. Während Lenz sein Halbfinale problemlos gegen Marco Kirschner gewann, musste Nekic gegen Jakob Sude Schwerstarbeit leisten und zog sich kurz vor Ende ein Bauchmuskelzerrung zu, die natürlich über Nacht nicht zu beheben war. Tim versuchte es zwar, musste aber schon nach wenigen Spielen einsehen, dass die Schmerzen bei Aufschlag und Smash zu groß waren. Trotz des damit ausgefallenen Endspiels war Lenz ein verdienter Sieger und erstmals in seiner Karriere Gewinner eines ITF Turniers. In den Vorrunden hatte er nacheinander seine deutschen Konkurrenten Marko Krickovic (Nr. 2 gesetzt), Marvin Netuschil und im Halbfinale Kirschner aus dem Feld geworfen. Das dramatischste Spiel des gesamten Turniers lieferten sich bereits in der zweiten Runde Marvin Tawasi und der Portugiese Manuel Marcello. Nach einer Spieldauer von knapp 5 Stunden (!) und nach Abwehr mehrerer Matchbälle hatte Marvin das bessere, hier glücklichere Ende für sich.

Von den beiden Berliner Teilnehmern schlug sich Marc Oleg Gregor mit seinem Auftaktsieg gegen den Österreicher Peter Nagovnak und der anschließenden Niederlage gegen den späteren Sieger achtbar. Etwas mehr hätte man dagegen dem an Nr. 14 gesetzten Laslo Urrutia Fuentes zugetraut, der im Achtelfinale klar am Russen Ashot Khacharyan scheiterte.

Im Juniorinnen Doppel holte sich Katarzyna Kawa an der Seite von Anna Rapoport ihren zweiten Titel mit einem glatten und eindeutigen 6-1 6-0 Finalsieg gegen ihre Gegnerin im Einzelfinale, Annika Beck, und die Berlinerin Dejana Raickovic. Die Enttäuschung über ihre unglückliche Niederlage im Einzel war Annika deutlich anzumerken und so musste sie sich in diesem Jahr (noch) mit zwei Vizemeistertiteln begnügen.

Viele ausgeglichene und auch hochklassige Spiele gab es im Junioren Doppel bereits in den Vorrunden zu sehen. Auch das Finale erfüllte die hohen Erwartungen. In zwei knappen Sätzen besiegten dabei die beiden Deutschen Jonas Lütjen und Jakob Sude die russische Paarung Ashot Khacharyan und Egor Kovalev mit 6-4 und 7-5.

Die 49. Austragung der Internationalen Jugendmeisterschaften von Berlin bedeuteten einen deutlichen Schritt hin zu dem angestrebten Ziel, das Turnier wieder zu einem der Top Jugendturniere in Europa zu machen. Im Vorgriff auf das erwartete „upgrade“ waren alle Teilnehmer für „full hospitality“ eingeladen, was nicht nur die gesamte Verpflegung umfasst, sondern auch die Übernahme der Hotelkosten. Mit seiner weitläufigen Anlage am Hundekehlesee bietet der LTTC „Rot-Weiß“ beste Gegebenheiten für ein Jugendturnier dieser Größenordnung. Ohne die Hilfe der Sponsoren wäre die Durchführung der airberlin junior open auf einem derartig hohen Niveau allerdings nicht möglich. Unser besonderer Dank gilt deshalb an dieser Stelle dem Titel- und Hauptsponsor airberlin und den Co-Sponsoren Vattenfall, Hotel InterContinental und Mercedes-Benz, sowie den weiteren Sponsoren. Großzügige Förderung erfährt die Veranstaltung auch durch den Landessportbund Berlin und den Tennisverband Berlin-Brandenburg. Wir hoffen sehr, dass alle uns auch im kommenden Jahr unterstützen werden.

Nach den 49. folgen ohne Zweifel in 2009 die 50. Internationalen Jugendmeisterschaften von Berlin. Wir hoffen sehr, dass unser Turnier zum Jubiläum eines halben Jahrhunderts bereits von der ITF in die nächste Kategorie hochgestuft wird. Den Grundstein dazu haben wir in diesem Jahr erfolgreich gelegt und den treffendsten Kommentar schrieb der Oberschiedsrichter, Ion Coman, in seinem offiziellen Bericht an das Junior Committee der ITF: „Ich empfehle der ITF dringend, dem bestens organisierten Berliner Turnier ein „upgrade“ für 2009 zu geben.“ Seiner Empfehlung sollten die zuständigen Gremien folgen !

Bernd Warneck
Turnierdirektor

Alle Ergebnisse / Fotos etc. unter:
www.berlin-junior-open.de

Letzte Aktualisierung ( Donnerstag, 25. Februar 2010 )
 
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